Kurzbericht zu einzelnen Burgen und Schlössern

1. Burg in Diez/Lahn, heutiges Schloß

Um 1000 erster Graf Embricho oder Embreko. Erbauung der Diezer Burg durch Bruder Godebold auf dem Porphyrfelsen. Die einzelnen Teile des Schlosses in seiner jetzigen Gestalt gehören verschiedenen Epochen an. Der roman. Hauptturm oder Burgfried bildet den ältesten Teil. Ihm wurde zur Lahn hin 1073 ein zweistöckiges got. Gebäude mit einem bis zur Giebelspitze durchgehenden Erker vorgelagert. Rechts davon steht ein jüngerer, nüchterner Renaissance-Flügel. Das links stehende Wachthäuschen ist ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1581. Die übrigen Gebäude entstanden 1784 als das Schloss in ein Zuchthaus umgewandelt wurde. Auflösung des Zuchthauses im Nov. 1927. Danach genutzt als............................? Heute genutzt als Jugendherberge (Wird z.Zt. erweitert). 

Auszug aus: Geschichte von Diez (an der Lahn) http://home.t-online.de/home/diehl-essen/Diez/diez.htm

 

2. Schloß Oranienstein in Diez/Lahn

1672-1684 errichtet von Albertine Agnes, Fürstin von Nassau-Diez-Oranien, auf den Ruinen des ehem. Benediktinerklosters Dirstein. Nach deren Tod ließ Schwiegertochter Henriette Amalie von Anhalt Dessau ab 1696 das Stammschloss. des niederländischen Königshauses im Barockstil umbauen. Nach Entwürfen des Architekten Daniel Marot wurden die Stuckdecken von Eugenio Castelli und Antonio Genone geschaffen und durch den niederländischen Künstler Jan van Dyck mit Fresken ausgemalt. Im Empfangsraum ist ein Stammbaum des Hauses Oranien-Nassau zu finden, der besonders die Beziehungen der Diezer zu den Niederlanden aufzeigt. Den so genannten  Marschallraum und den blau-goldenen Saal schmücken eindrucksvolle Kupferstich-Porträts und Gemälde. Die Schlosskapelle beherbergt die Wappen des Hauses Oranien und die Decke beeindruckt durch das Deckengemälde "Pfingstwunder". 

Wilhelm V von Oranien bewohnte das Schloss in den Jahren 1801-1806. 1811 ließ dann Napoleon das Fürstentum auflösen und die gesamte Ausstattung des Schlosses versteigern. Entsprechend den Beschlüssen des Wiener Kongresses trat Wilhelm VI als König Wilhelm I der Niederlande 1815 seine Nassauischen Stammlande an den König von Preußen ab. Das Schloß wurde an die Herzöge Friedrich August von Usingen und Friedrich Wilhelm von Weilburg übergeben.

1866 fand der preuß.- österr. Krieg statt. Der Herzog von Weilburg-Usingen stand auf österreichischer Seite und gehörte damit zu den Verlierern. So kam es, dass das Schloß ab 1867 mehrere Jahrzehnte als preußische Kadettenanstalt diente. 1919 besetzten  französische Truppen Oranienstein. 1929 erfolgte, unter Mitwirkung niederländischer Freunde die Renovierung und Freigabe des Schlosses und gleichzeitig das "Nass. Heimatmuseum" untergebracht. 1934- 1945 Nationalpolitische Erziehungsanstalt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schoß mit sämtlichen Nebengebäuden von der franz. Besatzung beschlagnahmt. 1947 kam es in den Besitz von Rheinland-Pfalz. 1963 ging das gesamte Areal in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland über und das Bundesverteidigungsministerium veranlaßte die Renovierung und Restaurierung der wertvollen Stuckarbeiten und Deckengemälde. Die Übergabe an die Bundeswehr und den Stab der 5. Nass. Panzerdivision, sowie die Eröffnung des "Oranien-Nassau-Museums" fand am 23. Mai 1962 statt.

Quelle: Oranien-Nassau-Museum, Diez

 

3.  Burg Ardeck in Holzheim

Burg Ardeck hatte nach alter Beschreibung eine Vorgängerburg mit Namen Ardenburg, doch ist genaueres nicht bekannt. Erbaut 1395 von Graf Adolph von Diez und Nassau, als Landesburg der Grafschaft Diez. 1467 erhielt Dietrich von Diez die Burg. Der älteste Sohn Otto von Diez  (1484 – 1510) war der nächste urkundlich belegte Bewohner, verheiratet mit Clara von Langenau. 1570 ist ein Junker Walter von Diez erwähnt, der mit seiner Köchin in „öffentlicher Hurerey“ lebte. Er wurde von der Kirchenvisitations-Commission vorgeladen, erschien aber nicht. Daraufhin beschloss Graf Johann von Dillenburg, dass die „Hure“, Margaretha von Fachingen des Landes verwiesen werden solle.

Nun wird der Amtmann Dr. Martin Naurath als Bewohner genannt und 1640 hatte der Oberbefehlshaber des Weimarischen Heeres, Herzog von Longueville, dort sein Hauptquartier. Später werden noch 1566 Adam Friedrich Achatz, Sohn von Johann Heinrich von Diez und sein Sohn Philipp Adam, Freiherr von Diez mit seiner Frau N. von Dieregg und den zwei Kindern erwähnt.

1727 sterben die Adeligen von Diez, Erbmarschälle der Grafschaft Diez, aus, die Burg kam wieder in den Besitz von Nassau-Diez und verfiel schließlich. 1815 trat das Herzogtum Nassau dem Deutschen Bund bei. Die Ruine gehörte nun zum Herzogtum Nassau, das sich 1866 bei den militärischen Auseinandersetzungen zwischen Österreich und Preußen der österreichischen Seite anschloss und nach dem Sieg der Preußen über Österreich von Preußen annektiert wurde. Herzog Adolf von Nassau wurde abgesetzt und 1867 mit Geld abgefunden. 1866 ging die Ruine in den Besitz Preußens über und 1869 an eine Seitenlinie der Kurfürsten von Hessen verkauft. 1927 erwarb Adolf Donecker die Burg Ardeck. Sein Sohn Dr. Wolfgang Donecker übereignete sie 1986 als Schenkung der Gemeinde Holzheim und ist seither Ehrenbürger der Gemeinde. 

Quelle: Holzheim und seine Burg - 600 Jahre Burg Ardeck 1395 - 1995. Herausgeber Gemeinde Holzheim. Mit Genehmigung des Bürgermeisters der Gemeinde Holzheim, Herrn Helmut Weimar.     

 

4. Burg in  Burgschwalbach

1368-1371 erbaut von Graf Eberhard von Katzenelnbogen, quellenmäßig nicht belegt. Am 30. Januar 1368 erhielt Burgschwalbach die Stadtrechte. 1403-1444 wurde die Grafschaft von Johann IV von Katzenelnbogen geführt und 1444-1479 von seinem Sohn Graf Philipp d. Ä. von Katzenelnbogen. Unter Philipp d. Ä galt Burgschwalbach als der bedeutendste Fangplatz der Grafschaft für Falken und Habicht. 1479 fiel die Grafschaft nach dem Tod Philipp d. Ä. von Katzenelnbogen an dessen Schwiegersohn, Landgraf Heinrich III von Hessen. 1594 erhielt nach einer Erbteilung Graf Wilhelm von Nassau-Weilburg das Amt Burgschwalbach und nahm selbst im Schloss Residenz. Seine Frau Erika (Tochter des Grafen Philipp von Isenburg-Birstein) bewohnte das Schloß Burgschwalbach nach dem Tod des Grafen Wilhelm, noch bis 1628 als Witwensitz. 1629 kam das Amt Burgschwalbach an den Grafen Johann von Nassau-Idstein. 1636 nach einigen Wechseln des Besitztums über den Fürsten Georg August von Nassau-Idstein und Wiesbaden, fällt das Amt Burgschwalbach 1721 an die Linien Ottweiler und Saarbrücken, 1728 an Nassau-Usingen. 1738 wurden aufgrund des desolaten Zustandes des Schlosses, die Fenster, Türen, das aus Holz und Schiefer bestehende Dach und das gesamte Mobiliar versteigert. Die nicht verfallenen Teile des Schlosses dienten als Getreidespeicher und Stallungen und die Ringmauer 1793 den Einwohnern als Steinbruch, was 1800 von der Gemeinde untersagt wurde.

1945 besetzten amerikanische Truppen Rheinland-Pfalz, das anschließend die Franzosen als Besatzungszone verwalteten. 1969-1974 wurde Burgschwalbach durch eine Verwaltungsreform in den neugeschaffenen Rhein-Lahn-Kreis eingegliedert und gehört seit 1971 zur Verbandsgemeinde Hahnstätten. Die Burg selbst ging 1866 in Preußischen Staatsbesitz über und 1946 in Landesbesitz. In den 70er Jahren bemühte man sich, die Burg durch Umbauten und Renovierungen in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Heute  ist sie ein beliebtes Ausflugsziel mit Wanderwegen und einem Märchenwald.

 Eine eigene Geschichte hat das Torhaus am Eingang der Burg. 1854 wurde es an Philipp Heinrich von Schnabel verkauft, der darin 1858 eine Restauration errichtete. Irgendwann muss die Gaststätte wieder in Staatsbesitz übergegangen sein. Ab 1931 wird Familie Schnabel als Pächter genannt. Nach dem Einbau einer Wohnung in der ehemaligen Burgkapelle während des 2. Weltkrieges, wurde die Gaststätte bis 1980 von den Familien Schlingensiepen und Wagner betrieben. Danach übernahmen noch neue Pächter die Gaststätte.

Quelle: Burgschwalbach Burg und Gemeinde, Herausgeber: Festausschuß 1200-Jahrfeier im Auftrag der Gemeindeverwaltung Burschwalbach, 1990, mit Genehmigung des Bürgermeisters der Gemeinde Burgschwalbach. 

 

5. Schaumburg bei Balduinstein

Hierüber liegen z.Zt keine Angaben vor.

 

6. und 7.  Burg Runkel in Runkel und Schadeck

1159 erstmals erwähnt und höchstwahrscheinlich erbaut vom Hohenstaufenkaiser Barbarossa. Im Jahre 1276 wurde Heinrich von Runkel, durch seinen Vetter Siegfried vertrieben und baute zum Trutz auf der gegenüberliegenden Seite der Lahn "Burg Schadeck". Heute prägen beide das Stadtbild von Runkel an der Lahn, Grenze zwischen Westerwald und Taunus.

 

8. Burg Hohenstein bei Bad Schwalbach

9. Schloß Montabaur

Das Schloss Montabaur liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt, eingebettet in die Hügellandschaft des Westerwaldes.

959 als Trutzburg der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier erwähnt. Sie trägt wie die Ortschaft den Namen "Humbach". 1225 gibt Erzbischof Dietrich nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land der Burg den Namen "Mons Tabor". Daraus entstand der heutige Name Montabaur. 1280-1290 Errichtung des heute noch stehenden Bergfrieds. Um 1520 großzügiger Ausbau der mittelalterlichen Burg zum vierflügeligen Renaissanceschloss unter Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads. 1588 Errichtung des Torbaues (1709 verändert). 1687-1709 tiefgreifender Um- und Ausbau unter Erzbischof Hugo von Orsbeck (1676-1711) durch den Trierischen Hofarchitekten Johann Chr. Sebastiani und J. Honorius Ravensteyn. 1803 Übergang an das Herzogtum Nassau. Jagdschloss der Herzöge. 1851-1880 Sitz des Lehrerseminars. 1880-1945 Sitz des Landratsamtes des Unterwesterwaldkreises. 1946-1968 Sitz der Bezirksregierung Montabaur.

1970, anläßlich ihres 75jährigen Bestehens als Zentralbank der Genossenschaften, übergab die Deutsche Genossenschaftskasse - später: Deutsche Genossenschaftsbank, das von ihr erworbene Schloss seiner heutigen Zweckbestimmung für Tagungen und Seminare der ihr angehörenden Genossenschaften an die Verwaltungsgesellschaft Schloss Montabaur (Sie beherbergt als Untermieter das Schulze-Delitzsch-Institut und die Bundesgenossenschaftsschule - Raiffeisen - e.V.). 1978 - Am 01. Juli 1978 - nach Zusammenschluss von Schulze-Delitzsch-Institut und Bundesgenossenschaftsschule - nimmt die Akademie Deutscher Genossenschaften e.V. auf Schloss Montabaur ihr Arbeit auf. 1982 erwarb die Akademie Deutsche Genossenschaftsbanken e.V. das Schloss.

Quelle: Akademie Deutscher Genossenschaften, Schloss Montabaur, 56410 Montabaur

 

10. Burg Nassau

Hierbei handelt es sich um die Stammburg Nassau, vermutlich erbaut um 1120 durch die Grafen von Laurenburg, nach der Landesteilung 1255 im ungeteilten Eigentum beider Grafenlinien. 1544 erhielt Wilhelm der Schweiger das Fürstentum. Dieser nannte sich fortan Wilhelm von Oranien-Nassau. Nach dem Verfall der Burg Ende des 15. Jh. wurde die Wiederherstellung des Bergfrieds (Burgturm) 1976/77 nach einem Stich von Merian aus dem 17. Jh. vorgenommen. Der Wiederaufbau des Palas mit Rittersaal erfolgte 1980/81.

Heute wird der Rittersaal als Restaurant geführt. Auskunft erhältlich unter 02604/942954.

Quelle: Nassauer Land Info 2002/2003, Touristik im Nassauer Land e.V., 56377 Nassau/Lahn

 

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